Blog » Fachwissen zu Keramik » Wann springt oder schmilzt Keramik? Veröffentlicht am: 23.03.2021
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Wann springt oder schmilzt Keramik?

Keramik ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene Arten von nichtmetallischen Werkstoffen, deren Herstellung und Anwendung nicht nur eine lange Tradition hat, sondern darüber hinaus auch heutzutage noch beliebt ist. So lassen sich aus Ton und anderen anorganischen Rohstoffen eine Vielzahl unterschiedlicher Gebrauchsgegenstände, Zierobjekte und Werkzeuge herstellen. Nicht selten stellt sich hierbei die Frage danach, wie belastbar das Material ist. Worauf du achten solltest, wenn du Objekte aus Keramik einsetzt und wo die Grenzen des Materials liegen, erklären wir dir im Folgenden.

Krafteinwirkung und hohe Temperatur

Um die Frage danach zu beantworten, wie sich Krafteinwirkung und hohe Temperaturen auf Gegenstände aus Keramik auswirken, muss der Blick zunächst auf den Herstellungsprozess gerichtet werden. Einer der zentralen Schritte bei der Produktion von Keramikobjekten ist das sogenannte Brennen. Hierbei wird das Material in Öfen schrittweise immer höheren Temperaturen ausgesetzt, wodurch zunächst flüchtige Stoffe wie Wasser oder im Rohstoff eingeschlossene Gase ausgetrieben werden. Mit zunehmender Temperatur verdichten sich die Bestandteile von Keramik. Die auf diese Weise hergestellten Produkte sind enorm hitzebeständig, der Brennvorgang spielt sich in Temperaturbereichen zwischen 600 °C und 1000 °C ab. Spezielle Sonderkeramiken werden sogar bei Temperaturen von bis zu 1400 °C hergestellt, diese können also noch größerer Hitze ausgesetzt werden. Das gebrannte Material ist nicht mehr verformbar. Durch Krafteinwirkung, wie sie etwa beim Herunterfallen oder beim Zusammenstoß mit anderen Objekten auftritt, kann ein Keramikobjekt zerbrechen.

Höhere Temperaturen stellen kein Problem dar

Um das Material durch Hitze ernsthaft zu gefährden, müsste man die enorm hohen Herstellungstemperaturen überschreiten. Bei einem normalen Einsatz von Keramik in einem Badezimmer, in der Küche oder als Dekoration im Haushalt ist dieses Material in der Regel keinen hohen Temperaturen ausgesetzt. Du musst dir also keine Gedanken darüber machen, ob ein Dekorelement aus Keramik in der Sonne steht, ob eine Auflaufform aus Keramik in den Backofen kann oder ob kochendes Wasser in einem Keramikwaschbecken entsorgt werden kann. Im Gegenteil, einige Gegenstände aus Keramik werden gerade dort eingesetzt, wo hohe Temperaturen herrschen. So greift man in chemischen Laboren gerne auf Ton- oder Porzellanschalen zurück, wenn die aufkommende Hitze normales Glas schmelzen würde.

Sprunghafte Temperaturwechsel sind zu vermeiden

Auch wenn konstant hohe Temperaturen für Objekte aus Keramik kein Problem darstellen, solltest du es vermeiden, diese Gegenstände großen und sprunghaften Temperaturschwankungen auszusetzen. Diese können das Material nämlich durchaus beschädigen. Der Grund dafür ist ein sogenannter Thermoschock. Schnelle Temperaturwechsel sorgen dafür, dass das Material im Inneren einer mechanischen Spannung ausgesetzt wird. Einfach formuliert: Es arbeitet. Da Keramik grundsätzlich jedoch eher spröde ist, kann dieses Arbeiten dazu führen, dass Risse auftreten oder es zu Abplatzungen kommt. Der gleiche Effekt kann auch bei Gegenständen aus Glas auftreten, darum sollte es grundsätzlich vermieden werden, eine im Winter zugefrorene Windschutzscheibe mit kochendem Wasser zu enteisen, da man das Material dadurch großem Stress aussetzt.

Tipp: Wenn der Wechsel zwischen den Jahreszeiten beginnt, dann empfiehlt es sich, vor den beginnenden kalten Temperaturen und Minusgraden, beispielsweise Keramik-Blumentöpfe vom Balkon in die Wohnung zu holen. So kann vermieden werden, dass sich das Material über den Winter ausdehnt und im Frühling bei schnell ansteigenden warmen Temperaturen platzt oder aufreißt.

Die Qualität spielt eine entscheidende Rolle

In der Theorie ist es also unproblematisch, Gegenstände aus Keramik höheren Temperaturen auszusetzen, etwa im Backofen oder in der Mikrowelle. Dass es dennoch gelegentlich zu Rissen oder sogar zum Bersten von Keramikschüsseln und -formen kommen kann, liegt in erster Linie an mangelnder Qualität der Ware. Schlechtere Produkte weisen manchmal Zusätze auf, die die Produktion zwar billiger machen, aber der Qualität des Produktes schaden. In anderen Fällen haben Hersteller bereits vorhandene Risse oder andere Mängel mit Glasur überdeckt. Beschädigte oder qualitativ schlechte Ware ist nicht so hitzebeständig wie hochwertiges Geschirr aus Keramik. Du solltest also in jedem Fall darauf achten, dass die Keramikware eine entsprechende Qualität hat und frei von Beschädigungen ist, ehe du sie einer hohen Temperatur aussetzt.

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