Blog » Fachwissen zu Keramik » Welche Techniken gibt es bei der Herstellung von Keramik? Veröffentlicht am: 21.09.2021
Herstellung Technik Töpferei Keramik

Welche Techniken gibt es bei der Herstellung von Keramik?

6 Arbeitstechniken zum Formen handgemachter Keramik

Irgendwann in der Steinzeit rollte ein Mensch fetten Lehm in seiner Hand zu einer Kugel. Als er anschließend seinen Daumen hineinbohrte, war der Grundstein zur Töpferei gelegt. Später erfand der Mensch das Rad und 3000 v. Chr. folgten die ersten Töpferscheiben. Die Techniken zur Herstellung von Tonobjekten entwickelten sich ebenfalls weiter. Weiter unten erfährst du, welche Arbeitstechniken es heutzutage beim Töpfern gibt.

Techniken beim Töpfern

Wusstest du schon, dass Töpfer ihre Kreationen in mehreren verschiedenen Techniken herstellen können? Die meisten Keramikschalen, Keramikbecher und Keramiktassen in unserem Online-Shop wurden natürlich auf einer Töpferscheibe geformt. Aber es gibt auch handgemachte Tonarbeiten, bei denen anderen Techniken verwendet wurden. Hier stellen wir dir die sechs gängigsten Techniken zur Herstellung von handgemachter Keramik vor:

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Drehkeramik: Töpfern auf der Töpferscheibe

Drehkeramik ist alles, was ein Keramiker auf seiner Töpferscheibe herstellt: beispielsweise Schüsseln, Tassen oder Teller. Er platziert dazu einen Klumpen Ton genau in der Mitte der Scheibe und drückt mit den Fingern ein Loch hinein. Dann setzt er die Töpferscheibe in Bewegung und erweitert diese Öffnung auf die Größe der Bodenplatte. Anschließend zieht er zwischen seinen Fingern die Wandung der Keramik hoch.
Wenn das Werkstück angetrocknet ist, kommt es erneut auf die Drehscheibe. Es wird dann zumeist „abgezogen“, was bedeutet, dass es mit einem Draht geglättet wird. Je nach individuellem Geschmack bringt der Keramiker anschließend Verzierungen an oder verändert die Oberflächenstruktur – beispielsweise mit Stempeln oder durch das Einritzen von Motiven. Lederharte Objekte können auch poliert werden, was den Oberflächen einen matten Glanz verleiht.

Bei asymmetrischen Keramiken wie Kannen, Karaffen, Krügen oder Becher kommt eine Kombination verschiedener Techniken zum Einsatz: Die Grundform wird gedreht, Griffe oder Henkel werden angesetzt. Tüllen können sowohl ausgeformt als auch angesetzt werden. Das Töpfern an der Drehscheibe lernst du nicht von heute auf morgen. „Keramiker“ ist ein dreijähriger Lehrberuf. Kein Wunder: Die Arbeit an der Töpferscheibe erfordert viel Know-How und Fingerspitzengefühl.

Pinch-Technik: die Urform der Töpferei

Das, was der Steinzeitmensch mit seinem Lehmklumpen gemacht hat, nennt sich „Pinch-Technik“. Damit können – ganz ohne jegliches Werkzeug – einfache kleine Keramikskulpturen, Keramikkaffeebecher, Servierschüsseln oder Keramik Müslischalen hergestellt werden. To pinch ist Englisch und bedeutet „zwicken“. Gib einem Kind einen Klumpen Ton in die Hand und sage ihm, es soll daraus eine Schale formen. Es wird mehr oder weniger instinktiv die Pinch-Technik dazu verwenden.

Ton mit der Pinch-Technik zu bearbeiten ist eine unglaublich urtümliche Erfahrung. Es scheint fast so, als sei der Umgang mit Tonerden schon in unseren Genen vorprogrammiert. Niemand braucht dir zu erklären, wie du durch Drücken, Zwicken und Schieben aus einer Tonkugel eine Figur herstellen kannst. Du weißt es einfach von selbst. Vielleicht haben wir Menschen ja tatsächlich ein kollektives Gedächtnis, das uns Erfahrungen aus der Steinzeit zur Verfügung stellt?

Aufbautechnik: Schritt für Schritt zum fertigen Objekt

Die Wulst- oder Aufbautechnik ist fast ebenso alt wie die Pinch-Technik. Bei dieser Technik werden Tonwülste übereinander gestapelt und miteinander verbunden. Zuerst formt der Keramiker eine Bodenplatte. Dann baut er darauf Wulst für Wulst die Form des Werkstücks auf. Zur besseren Haftung werden die einzelnen Wülste an den Auflagestellen angekratzt und mit Schlicker befeuchtet. Sobald das Objekt fertig aufgebaut ist, verstreicht der Keramiker die Zwischenräume zu einer glatten Fläche.

Bei besonders großen oder stark beanspruchten Keramiken legt er vor dem Glätten noch ein Band aus Ton in die Zwischenräume. Die teilweise über einen Meter hohen Amphoren, die in der Antike zur Aufbewahrung von Wasser, Wein und Lebensmitteln dienten, wurden größtenteils auf diese Weise gefertigt. Heutzutage werden besonders große Keramikschüsseln, Keramik Übertöpfe und andere Tonobjekte häufig bis zu einer gewissen Höhe auf der Scheibe gedreht und anschließend per Aufbautechnik fertiggestellt.

Plattentechnik: gewalzter Ton

Bei der Plattentechnik rollt der Keramiker den Ton auf einer Arbeitsplatte aus und schneidet ihn danach in die gewünschte Form – ganz ähnlich wie beim Plätzchen backen. Für eine gleichmäßige Stärke der Tonplatte sorgen zwei Leisten, auf denen das Rundholz beim Ausrollen rechts und links aufliegt. So kann die Platte nirgendwo dicker werden als die Stärke der Leisten. Die Formen werden mithilfe von Schablonen ausgeschnitten.

Tonobjekte in Plattentechnik werden zum Trocknen zwischen zwei Holzbretter gelegt, damit sie sich nicht verwerfen. Mit einem Trick kann der Keramiker diesen Tonarbeiten räumliche Tiefe verleihen. Dazu werden die Werkstücke zum Trocknen in eine flache runde Schale gelegt. Plattentechnik eignet sich beispielsweise zur Herstellung von Fliesen, Kacheln, Namensschildern, Schalen, Keramiktellern und Servierplatten.

Überformtechnik: einfacher geht’s nicht

Bei dieser Technik wird eine Gipsform verwendet. Der Keramiker stellt dazu eine Tonplatte her und legt sie über die Form. Mit einem trockenen Schwamm drückt er die Platte vorsichtig an, bis sie überall gut anliegt. Anschließend entfernt er den überschüssigen Ton an den Rändern.

Dabei muss er darauf achten, dass der Gips nicht angeschnitten wird. Wenn Gips-Absprengungen in den feuchten Ton gelangen, können beim Brennen Risse oder Sprünge entstehen. Die Keramik trocknet anschließend auf der Form, bis sie lederhart ist. Dann muss sie unbedingt abgenommen werden, ansonsten würde sie durch die Schrumpfung beim Trocknen gesprengt.

Einformtechnik: perfekte Kugeln & andere Hohlkörper

Bei der Einformtechnik wird ebenfalls mit Gipsformen gearbeitet. Allerdings legt der Keramiker dabei seine Tonplatte in die Form, nicht über die Form. Durch vorsichtiges Drücken passt er seine Platte der Gipsform an und entfernt überstehende Tonreste. Bei dieser Technik kann das Werkstück bis zum vollständigen Trocknen in der Form bleiben.

So werden beispielsweise perfekte handgemachte Tonkugeln hergestellt. Zuerst fertigt der Töpfer zwei Halbkugeln an. Er fügt sie zusammen, sobald sie lederhart sind und verstreicht die Nahtstelle. Jetzt muss er nur noch ein kleines Luftloch in die Kugel bohren, damit sie beim Brennen nicht platzt. Schau dir in unserem Töpferei Shop doch einmal an, was unsere Keramikkünstler so alles kreiert haben.

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