Glattbrand

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Die meisten Stücke aus Keramik erhalten als letzten Akt im Herstellungsprozess eine Glasur. Der glasartige Überzug kommt mal vornehm seidenmatt, mal glänzend daher. Erfahre hier alles darüber, wie ein Glasurbrand, auch Glattbrand genannt, in der Töpferei durchgeführt wird.

 

Wie ist das Prozedere beim Glattbrand?

Beim Glasurbrand gelten schon beim Einräumen des Brennofens andere Regeln. Während beim Schrühbrand die Stücke dicht an dicht oder sogar übereinanderstehen, muss die Keramik beim Glasurbrand mit Abstand im Brennofen platziert werden. Die einzelnen Werkstücke dürfen sich auf keinen Fall berühren, da sie sich sonst fest miteinander verbinden würden.

 

Was geschieht beim Glasieren im Brennofen?

Wie schon beim ersten Brand wird der Brennofen der Töpferei langsam hochgeheizt – allerdings in geringfügig größeren Schritten als beim Schrühbrand, da der Scherben keine Feuchtigkeit mehr enthält. Ist die erforderliche maximale Brenntemperatur erreicht, beginnt die aufgebrachte Glasur nach und nach zu schmelzen und geht mit dem porösen Untergrund des Scherbens eine feste Verbindung ein. Dieser Vorgang dauert bis zu 30 Minuten. Während dieses Zeitraums muss die erreichte Brenntemperatur konstant bleiben. In der Töpferei wird diese Brennphase auch Haltezeit genannt.

Danach fährt der Töpfer die Temperatur des Brennofens wieder genauso langsam herunter, bis etwa 100º C erreicht sind. Nun kann er den Brennofen vorsichtig öffnen und einen ersten Blick auf das Ergebnis werfen.

Welche Brenntemperatur für den Glasurbrand erforderlich ist, hängt von der Art der Glasur sowie von der gewählten Tonmasse ab. Sie kann zwischen 960º C und 1480º C liegen.

 

Welche Eigenschaften besitzt glasierte Keramik?

Nach dem Glattbrand ist Keramik deutlich härter und beständiger als zuvor. Jetzt kann sie schon mal unbeschadet einen Stoß überstehen und ist deutlich widerstandsfähiger. Dies gilt auch für chemische Einwirkung von Säuren und mechanischen Abrieb. Glasiertem Keramik Geschirr können auch saure Speisen und scharfe Messer nichts mehr anhaben.

 

Der Glasurbrand boostert die Farben

Wenn ein Werkstück aus Ton den ersten Brand hinter sich hat und eventuell kunstvoll bemalt wurde, steht als krönender Abschluss der Glasurbrand an. Eine transparente Glasur bringt die Farben eines Dekors oder des aufgebrachten Engobegrunds erst richtig zum Strahlen. Zeigen sich die Farben beim Auftragen noch unscheinbar und pastellig, entwickeln sie nach dem Glattbrand ihre ganze Intensität und Leuchtkraft.

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