Inglasurtechnik

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Bei der Inglasurtechnik wird das Dekor auf die bereits aufgebrachte, jedoch noch ungebrannte Glasur aufgetragen. Beim anschließenden Glasurbrand sinken die aufgemalten Motive in die Glasur ein. Das Verfahren wird vor allem bei Keramik im Majolikastil angewandt.

Traditionelle Technik mit künstlerischem Wert

Die Inglasurtechnik ist ein althergebrachtes Verfahren, das auf das 9. Jahrhundert zurückgeht. Mit dem Aufkommen von Majolika und Fayence Keramik erlebte sie eine Blütezeit. Vom 15. bis 17. Jahrhundert wurden Krüge, Teller und Vasen aus Ton bevorzugt mit Inglasurmalerei verziert. In Holland entstand mit dieser Technik die berühmte Delfter Keramik. Das prunkvoll bemalte Steinzeug war zu jener Zeit noch Adel und Bürgertum vorbehalten. Heute ist mit Inglasurtechnik bemalte Keramik für Jedermann in der Töpferei zu haben

Wie funktioniert die Inglasurtechnik?

Das sehr aufwendige Herstellungsverfahren erfordert viel Sachverstand und Erfahrung. Grundlage des Dekors ist eine weiße Zinnglasur, die sich bestens für die Inglasurmalerei eignet. Einmal gebrannt, mutet zinnglasierte Keramik fast wie Porzellan an.

Im Gegensatz zu anderen Verfahren wird das Dekor auf die noch ungebrannte Glasur aufgetragen. Das bringt einige Schwierigkeiten mit sich, da der pulverförmige Untergrund das Wasser in den Inglasurfarben sofort aufsaugt. Korrekturen sind nicht möglich, ohne die Glasur darunter zu erneuern. Der Pinselstrich muss also auf Anhieb sitzen. Hier sind eine sichere Hand und Fingerfertigkeit gefragt.

Das Dekor kann mit dem Pinsel oder Farbpistole und Schablone aufgetragen werden. Eine weitere Möglichkeit der Inglasurtechnik ist es, die Dekore im keramischen Siebdruckverfahren herzustellen. Die auf ein Trägermedium aufgedruckten Motive werden anschließend auf die ungebrannte Glasur aufgebracht.

Typische Merkmale der Inglasurtechnik

Bei dieser Technik entstehen keine scharf abgegrenzten Konturen. Linien und Muster des Dekors erscheinen leicht verschwommen. Dieses Phänomen ist zum Beispiel bei Majolika Keramik zu beobachten, deren Dekore mit diesem Verfahren entstehen.

Die Inglasurtechnik erfordert spezielle Farben auf Metalloxidbasis, die sehr hohe Brenntemperaturen überstehen. Deshalb werden Inglasurfarben auch als Scharffeuerfarben bezeichnet. Die Palette der Inglasurfarben ist daher auf nur wenige Farbtöne beschränkt:

  • Grün – kupferhaltig
  • Blau – kobalthaltig
  • Violett – manganhaltig
  • Orangerot – eisenhaltig
  • Gelb – antimonhaltig
  • Braun – braunsteinhaltig
  • Schwarz – Gemisch aus Kobalt, Mangan und Eisen

Kleine Töpfereien interpretieren heute die Inglasurtechnik ganz neu. Es entstehen facettenreiche und künstlerisch ansprechende Stücke aus Keramik und Steinzeug. Fantasievolle Motive und Dekore machen die kunstvollen Werke aus Ton einzigartig und unverwechselbar.

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