Muffelfarben

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Muffelfarben oder auch Aufglasurfarben werden vor allem zum Bemalen von Porzellan und Fayence Keramik verwendet. Bei der Muffelfarbentechnik bemalt der Keramiker die glatt gebrannte, also bereits glasierte Keramik. Danach erhält das Werkstück in der Töpferei einen abschließenden dritten Brand – den Farbbrand.

Farben mit langer Tradition

Die ersten Muffelfarben gehen auf einen Farbenchemiker aus der Porzellanmanufaktur Meißen zurück. Er entwickelte bereits zwischen 1714 und 1718 fünf Farben, die für das Brennen von Ton bei niedrigen Temperaturen geeignet waren. In darauf folgenden Jahrzehnten beschäftigten sich auch Chemiker französischer und englischer Porzellanmanufakturen mit der Entwicklung von Muffelfarben. Um 1890 standen schließlich rund 500 Farben zur Verfügung. Zu den wohl bekanntesten Aufglasurfarben zählt das berühmte Königsblau, das bis heute von renommierten Porzellanmanufakturen verwendet wird. Im Barock durfte solch erlesenes Porzellan auf keiner herrschaftlichen Tafel fehlen.

Woher kommt die Bezeichnung “Muffelfarben”?

Die Wortherkunft leitet sich von einem speziellen Brennofen – dem Muffelofen – ab. In diesem eigens für den Farbbrand mit Aufglasurfarben entwickelten Ofen hat das Brenngut aus Ton weder Kontakt mit Rauch noch mit Flugasche.

Was sind genau Muffelfarben?

Aufglasurfarben bestehen aus verschiedenen Metalloxiden, denen ein Flussmittel beigemischt ist. Meist handelt es sich bei dem Flussmittel um Borat- oder Bleiglas. Es bewirkt, dass die aufgetragenen Farben schon bei einer relativ niedrigen Temperatur von 750 º C – 850 º C schmelzen und sich in den glasierten Untergrund einbrennen.

Vorteile des Niedrigbrennverfahrens

Durch die Möglichkeit des Niedrigbrennens erweitert sich das Farbenspektrum enorm, da viele Farben sehr hohen Brenntemperaturen nicht standhalten und verbrennen würden. Muffelfarben erlauben aufgrund ihrer breiten Farbpalette in der Töpferei polychrome, detailreiche Darstellungen, die künstlerischen Charakter besitzen. Besonders gut zur Geltung kommen Aufglasurfarben auf weiß glasiertem Steinzeug oder Keramik. Hier überzeugen sie am meisten durch ausdrucksstarke leuchtende Lebendigkeit. Mit Aufglasurfarben lassen sich Objekte aus Ton auch mit Gold, Silber und Platin veredeln.

Anwendungsbereiche von Muffelfarben

Aufglasurfarben werden vorwiegend zur Bemalung von Geschirr – ob aus Porzellan oder Steinzeug – sowie für Fliesen verwendet.

Für die Verarbeitung wird der fein vermahlene Farbkörper so mit Wasser oder Öl vermischt, dass die Farbe eine sahnige Konsistenz aufweist. Anschließend kann das bereits glasierte Steinzeug oder Porzellan bemalt werden. Je nach gewählter Viskosität lassen sich Aufglasurfarben mit haarfeinen oder groben Pinselstriche auftragen. Dies erlaubt vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten – vom filigranen klassischen Blumenmotiv bis hin zum kreativen Fantasiedekor mit schwungvollen Linien.

Muffelfarben finden aufgrund ihrer facettenreichen Möglichkeiten auch bei Keramikern kleiner Töpfereien großen Anklang. Dementsprechend bieten Keramikwerkstätten ein buntes Kaleidoskop an fantasievollem Geschirr und kreativer Gebrauchskeramik, die mit Aufglasurfarben gestaltet sind.

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