Schlickermalerei

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Die Schlickermalerei ist eine der meist verwendeten Dekortechniken in der Töpferei. Dabei bemalt der Töpfer die Keramik mit aufgeschlämmtem Ton, der naturfarben bleibt oder mit Farbpigmenten versetzt wird. Häufig spricht man auch von Engobemalerei.

Auf Keramik alter Kulturen zu finden

Die Dekortechnik der Schlickermalerei fand bereits 4000 v. Chr. beim Bemalen minoischer und attischer Keramik Anwendung. Besonderen Stellenwert erlangte die Schlickermalerei jedoch als sogenannte “Barbotine” in der Römerzeit. Dieser aus dem Französischen entlehnte Begriff bedeutet nichts anderes als Schlicker.

Was ist der dafür verwendete Tonschlicker?

Schlickermalerei Bunte Schuesseln Keramik Ton Bemalung

Schlicker ist mit Wasser versetzter Ton, der in ganz unterschiedlicher Konsistenz zur Bemalung verwendet wird. Das Spektrum reicht von sahneartig über dickflüssig bis hin zu breiähnlich. Welche Konsistenz erforderlich ist, hängt von der Art der Verarbeitung und dem gewünschten Ergebnis ab. Sehr dicker Tonschlicker hinterlässt zum Beispiel eine reliefartige Struktur auf Steinzeug und Keramik.

Im Unterschied zu Engoben, die mitunter mit glasierenden Elementen versetzt sind, enthält Schlicker nur verflüssigten Ton und gegebenenfalls Pigmente oder Metalloxide, die den Schlicker einfärben.

Welche Hilfsmittel werden bei der Schlickermalerei eingesetzt?

Meist verwendet der Töpfer ein Malhorn, mit dem er besonders gut Linien und Punkte setzen kann oder aber einen Pinsel. Je dickflüssiger der aufgetragene Tonschlicker ist, desto weniger neigt er dazu ineinanderzufließen. So kann der Töpfer zügig verschieden eingefärbten Tonschlicker nebeneinandersetzen.

Eine weitere Möglichkeit ergibt sich durch Eintauchen oder Aufspritzen. Dabei wird die Keramik großflächig mit Tonschlicker überzogen. Anschließend lassen sich Ornamente, Linien und Muster so herauskratzen, dass der Ton darunter sichtbar wird. Diese Technik ist beim sogenannten Sgraffito relevant.

Bemalen auf lederhartem Ton

Die Schlickermalerei kommt in der Töpferei bei lederhart getrockneten Objekten vor dem ersten Brand zum Einsatz. Durch eine gewisse Restfeuchte können sich Schlicker und Ton wesentlich besser verbinden als bei einem bereits vollständig getrockneten oder geschrühten Stück.

Nach dem ersten Brennen zeigen Steinzeug und Keramik mit Schlickermalerei zunächst eine matte, noch etwas raue Oberfläche. Die aufgetragenen Farben besitzen noch keine Leuchtkraft und kommen erst durch den nachfolgenden transparenten Glasurbrand zur Geltung, der die Oberfläche glasartig versiegelt.

Mit Schlickermalerei dekorierte Keramik weiß immer wieder aufs Neue zu verzaubern. Ob traditionelle Muster, kreative, moderne Motive oder mit Sgraffito verziert – Keramik direkt aus der Töpferei ist immer ein Highlight.

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