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Töpfer

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Beim Töpferberuf handelt es sich um eines der ältesten Handwerke der Welt. Schon seit neun Jahrtausenden bearbeiten Töpfer Ton, um daraus Alltagsgegenstände, Kultobjekte und Kunst herzustellen.

Beruf mit Geschichte

Die ältesten Funde von gebrannter Keramik sind 24.000 Jahre alt und stammen aus der Jungsteinzeit. Wahrscheinlich entdeckten Steinzeitmenschen durch Zufall, dass Ton und Lehm durch Feuer aushärteten. Mit dieser Entdeckung begann die Geschichte der Töpferei. Nicht zuletzt leistete die Töpferei einen signifikanten Beitrag zur Entwicklung der Zivilisation. Sie ermöglichte die Vorratshaltung und damit den Übergang vom Jäger- und Sammlertum zu Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht.

Mit der Erfindung der Töpferscheibe um 3000 v. Chr. veränderte sich die Töpferarbeit elementar. Nun war es möglich, in relativ kurzer Zeit Gefäße aller Art aus Ton und Steinzeug herzustellen. Spätestens damit wurde der Grundstein zum Beruf des Töpfers gelegt, der in früheren Jahrhunderten auch Ofenbauer war, denn er fertigte die Ofenkacheln für Kachelöfen.

Eindeutige Wortherkunft

Der Töpfer verdankt seinen Namen schlichtweg der Tatsache, dass er einst hauptsächlich Gefäße zum Kochen und Lagern herstellte. Inzwischen hat sich das Berufsbild grundlegend gewandelt. Dies drückt sich auch in einer veränderten Berufsbezeichnung aus. Seit 2009 heißt der Töpfer offiziell Keramiker. Nichtsdestotrotz ist der alte Begriff in der Umgangssprache weiterhin gebräuchlich. In Süddeutschland wird bis heute auch die Bezeichnung Hafner genutzt.

Wie sieht die Töpferausbildung aus?

Die duale Ausbildung zum Keramiker dauert drei Jahre und vermittelt sowohl praktische als auch theoretische Inhalte. Dazu gehört nicht zuletzt ein grundsätzliches Verständnis für Chemie und Physik. Die Herstellung von Keramik basiert auf chemischen und physikalischen Prozessen, die ein Töpfer durch Auswahl von Grundstoffen, Brenntemperatur und Brennatmosphäre gezielt beeinflussen kann.

Jeder Keramiker beherrscht die verschiedensten Techniken der Formgebung. Töpfern umfasst weit mehr als “nur” das Drehen an der Töpferscheibe. Es entstehen auch Gefäße und Figuren durch freies Modellieren, in Aufbautechnik oder Plattentechnik. Wandfliesen mit Relief werden häufig mit Gießtechnik oder mithilfe von Gipsformen hergestellt. Hinzu kommen vielfältige Kenntnisse über den Umgang mit Glasuren, Farben und Maltechniken.
Ein Töpfer kann als absoluter Allrounder gelten, denn von Planung und Entwurf bis zur Herstellung der Keramik ist alles in einer Hand. Meist müssen sich Keramiker auch selbst darum kümmern, die eigenen Kreationen aus Steingut und Steinzeug zu vermarkten.

Töpfern ist viel mehr als ein Handwerk. Es kombiniert auf wunderbare Weise Arbeit mit Hand und Kopf. Der Beruf basiert auf solider handwerklicher Arbeit, erfordert aber ebenso Geschicklichkeit und künstlerisches Verständnis sowie ein sicheres Gespür für Formen, Farben und Proportionen.

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