Zinkglasur

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Eine Zinkglasur enthält neben glasbildendem Quarz und weiteren Mineralien einen variablen Anteil an Zinkoxid. Die chemische Verbindung wirkt in einer Glasur als Flussmittel sowie als Kristallisationsmittel. Durch die Kristallbildung beim Abkühlen einer Zinkglasur entstehen einzigartige, unwiederholbare Effekte.

Die Zinkglasur – ein Zufallsprodukt

Der Zusatz Zinkoxid wurde bis 1800 vorwiegend in der Farbenindustrie eingesetzt. Dann machten findige Töpfer die Entdeckung, dass Zinkoxid in Glasuren die gleiche Wirkung wie das gesundheitsschädliche Blei hatte. Es diente so wie Blei als Flussmittel und setzte den Schmelzpunkt der Glasur herab. Ganz nebenbei stellten Keramiker eine interessante Begleiterscheinung fest: Ab einem bestimmten Anteil trug Zinkoxid zur Kristallbildung in Glasuren bei. Auf dieser Grundlage entwickelte die französische Porzellanmanufaktur Sèvres erste Zinkglasuren.

Zinkglasuren – faszinierende Kristalle

Zinkhaltige Glasuren werden heute in der Töpferei hauptsächlich eingesetzt, um eine ganz bestimmte Optik zu erzielen. In unserem Töpferei Online-Shop finden sich zahllose Beispiele. Wie erwähnt, trägt das namengebende Zinkoxid zur Kristallbildung in Glasuren bei. Die Kristalle entwickeln sich erst beim langsamen Abkühlen der Glasur. Sie manifestieren sich als andersfarbige Flecken auf der Keramikoberfläche und bilden verspielt anmutende, gesprenkelte Muster. Mitunter treten Kristalle in flächiger Anordnung auf, die Eisblumen ähneln.

Der Zusatz von Zinkoxid kann auch dem Mattieren einer Glasur dienen.

Anspruchsvolle Glasurtechnik für Keramik

Das Arbeiten mit zinkhaltigen Glasuren ist in vielerlei Hinsicht hochkomplex und erfordert sehr viel Erfahrung. Da Zinkoxid auch als Flussmittel wirkt, verflüssigt sich die Glasur beim Brennen leichter. Dadurch kann sie am Werkstück herablaufen, mit dem Untergrund verschmelzen und festkleben.

Auch die dekorative Kristallbildung kann anders als erwünscht verlaufen oder zu einer rauen Oberfläche führen. Deshalb muss die Zusammensetzung einer zinkhaltigen Glasur genau auf den Brennverlauf abgestimmt sein. Oft ist eine perfekt gelungene Zinkglasur das Ergebnis langen Experimentierens.

Ab einem bestimmten Anteil Zinkoxid kommt es zu einer hohen Oberflächenspannung in der Glasur. Dadurch zieht sich die Oberfläche beim Brennen zusammen und bildet kleine Inseln, zwischen denen der Ton sichtbar wird. Mitunter setzt die Töpferei dies als erwünschten Effekt ein.

Eine weitere Schwierigkeit im Umgang mit zinkhaltigen Glasuren: Unter bestimmten Bedingungen entstehen Bläschen in der Zinkglasur, die optisch wie Nadelstiche wirken.

Jedes mit einer Zinkglasur versehene Stück sieht anders aus und wird so zum unwiederholbaren Unikat, das nur du besitzt. Vielleicht gehört bald eines der vielen kleinen Kunstwerke aus Ton dir. In unserem Onlineshop findest du eine große Auswahl handgemachter Keramik direkt vom Töpfer.

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