Reduktionsbrand

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Beim Brennen von Keramik stehen dem Töpfer viele Kunstgriffe zur Verfügung, um das Ergebnis zu beeinflussen. Ein Beispiel ist der Reduktionsbrand, bei dem der Atmosphäre gezielt Sauerstoff entzogen wird. Welche Effekte damit zu erzielen sind und woran du so gebrannte Keramik erkennst, verraten wir hier.

 

Was ist ein Reduktionsbrand?

Reduktion bedeutet nichts weiter als Verringerung – in diesem Falle von Sauerstoff. Feuer braucht Sauerstoff, um Flammen zu entwickeln. Wird der entzogen, entsteht ein Kohlenstoffüberschuss in Form von Kohlenmonoxid (CO). Die Flammen ersticken und es bildet sich Rauch. Der entstandene Rauch schlägt sich auf den zu brennenden Scherben nieder und lagert sich in den Poren des Tons ein. Je nach Dauer des Sauerstoffentzugs färbt sich die Keramik grau bis silbrig, anthrazit oder gar schwarz.

Ein reduzierender Brand erfolgt nicht ausschließlich unter Entzug von Sauerstoff. Es wechseln sich einzelne Brennphasen mit mehr oder weniger Sauerstoffzufuhr ab, da die Brenntemperatur sonst zu stark absinken würde. Denn durch Zuführen oder Entziehen von Sauerstoff lässt sich die Intensität einer Flamme steuern. Der Reduktionsbrand steht im Gegensatz zum Oxidationsbrand, bei dem Sauerstoff zugeführt wird.

 

Braucht es dafür einen speziellen Brennofen?

Elektrisch betriebene Brennöfen sind in der Regel nicht für einen Reduktionsbrand geeignet. Töpfer führen einen Brand in sauerstoffreduzierter Atmosphäre meist in einem Gasbrandofen oder einem Holzbrandofen durch.

 

Welchen Zweck hat ein Reduktionsbrand?

Es ist für einen Töpfer in vielerlei Hinsicht interessant, Keramik Geschirr, Keramikschalen oder Keramiktassen in sauerstoffreduzierter Atmosphäre zu brennen.

  • In erster Linie hat solch ein Brand Auswirkungen auf die Farbe. Denn unter Sauerstoffentzug lässt sich auf Schalen und Schüsseln ein sehr vielfältiges Farbenspiel erzielen. Es entstehen geflammte, ungleichmäßig gefärbte Zonen in Beige- , Gelb- oder Rottönen – aber auch ins Grau oder Schwarz changierende Oberflächen.
  • Auch beim Glasieren kann der Töpfer mit einem Reduktionsbrand kunstvolle Effekte erzielen. So zeigen sich nach dem Brennen grau-schwarze Einschlüsse in der Glasur, die einen ganz besonderen Reiz besitzen. Nicht zuletzt wechseln einige Glasuren beim Brennen in reduzierender Atmosphäre ihre Farbe. So wandelt sich eine Glasur, die Kupfercarbonat enthält, von Türkis zu Rot.
  • Der Scherben ist bei gleicher Brenntemperatur dichter und härter gebrannt als bei einer oxidierenden Brennatmosphäre.
  • Auch der Rakubrand ist ein Reduktionsbrand. Denn hier wird ebenso Sauerstoff entzogen. Allerdings geschieht dies nach der Entnahme der rot glühenden Keramik durch Abdecken und Einhüllen in organisches Material.

 

Die beliebte Brenntechnik ist nicht nur für den Töpfer interessant, denn bei jedem Reduktionsbrand entstehen nicht wiederholbare Unikate. So besitzt jede mit dieser Technik entstandene Keramik künstlerischen Wert. Du willst auch einzigartige Schalen und Schüsseln, Tassen und Becher dein Eigen nennen? Auf den Seiten unseres Onlineshops für handgemachte Keramik wirst du mit Sicherheit fündig werden.

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